Leitbild und Leitlinien


Die Leitlinien und das Leitbild wurden im Jahre 2001 veröffentlicht. Aktuell werden diese überarbeitet und aktualisiert und nach Freigabe veröffentlicht.

Leitbild für eine lebenswerte, attraktive und zukunftsfähige Erlanger Altstadt

 

Ein „Leitbild“ ist ein Wunschbild. Es beschreibt Perspektiven, wie sie unsere Altstadt hat.  An diesem Leitbild orientiert sich das Altstadtforum bei seinen Aktivitäten. Ziel des Altstadtforums ist es, dieses Leitbild möglichst bald Realität werden zu lassen.

Die in diesem Leitbild angestrebte lebenswerte Altstadt ist eine attraktiv bewohnbare und auch lebhafte Innenstadt mit einem abwechslungsreichen Freizeit- und Kulturleben, belebten Straßen und Geschäften, sowie Restaurants, Kneipen und kulturellen Einrichtungen.

Die Mischung aus Einkaufsmöglichkeiten, Ruhemöglichkeiten, besinnlich schönen und lebhaft aktiven Bereichen schafft ein Ambiente, dass die Bewohner zum Bleiben und Besucher zum Kommen veranlasst. Eine einwandfreie Luftqualität, sowie deutlich reduzierter Lärm sind hierfür die Voraussetzungen. Das derzeitige Nutzungsverhältnis zwischen Wohnen, Einkaufen, Dienstleistung, Handwerk und Kultur soll beibehalten werden.

Unsere Plätze spielen eine wichtige Rolle: Martin- Luther-Platz, Altstädter Kirchenplatz, Theaterplatz, Schlossplatz, Hugenottenplatz, Bahnhofsplatz, Neustädter Kirchenplatz und Katholischer Kirchenplatz sind Plätze der Kommunikation und des städtischen Lebens. Der umgestaltete Martin-Luther-Platz soll ein Highlight im Stadtbild werden.

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Leitlinien

Grundlage für diese Leitlinien ist das Leitbild des Altstadtforums. Für alle Aspekte unserer Altstadt wird die heutige Realität (Ist-Zustand) mit dem Leitbild (Soll-Zustand) verglichen und die notwendigen Schritte aufgezeigt.

Die Leitlinien sind in die folgenden Themen unterteilt:

  1. Wohnen
  2. Gewerbe
  3. Kultur
  4. Umwelt
  5. Verkehr
  6. Stadtentwicklung

Stand der Leitlinien: Mitte 2001


Wohnen – In der Altstadt wohnen

Heutige Situation

Die Wohnqualität wird gegenwärtig durch zu starke Immissionen, Mangel an Anwohnerparkplätzen bzw. unzureichende Überwachung eingeschränkt.

Lösungsansatz

Der jetzige Umfang der Wohnnutzung und die Struktur der Wohnbevölkerung ist für eine attraktive Altstadt wichtig. Diese gilt es zu erhalten und zu fördern. Dazu dienen alle Maßnahmen die zu einer Verbesserung der Wohnqualität führen

Wohnen – Soziale Infrastruktur

Heutige Situation

Für Senioren, Behinderte und Kinder ist die Bewegungsfreiheit und Sicherheit durch den starken Verkehr und schmale oder zugeparkte Gehwege eingeschränkt.

Spielplätze sind nicht ausreichend im Altstadtgebiet vorhanden. Zusätzlich werden Einrichtungen für Kinder geschlossen (z. B. Schulkindergarten)

Das bisher ausgewogene soziale Wohngefüge (Einpersonenhaushalte und Familienwohnen) droht sich zu Gunsten der Einpersonenhaushalte zu verändern.

Lösungsansatz

Fußwege müssen attraktiver, insbesondere Schulwege sicherer gemacht werden (Neue Straße).
Angebote für Kinder, Jugendliche, Behinderte und Senioren müssen ausgebaut werden.

Das ÖPNV-Angebot muss senioren- und behindertengerecht sein.

Ein Betreuungsangebot für Kinder ist für die Innenstadt nicht nur als Dienstleistung, sondern auch als Standortfaktor wertvoll.

Das soziale Wohngefüge muss erhalten bleiben, d. h. Familienwohnungen müssen gefördert werden.


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Gewerbe – Urbanität erhalten

Heutige Situation

Der Einzelhandel hat sich in Erlangen in den letzten Jahren Richtung Süden verlagert. Der Bereich südlich des Hugenottenplatzes wird vom Laufpublikum deutlich besser angenommen als der nördliche Bereich.

Hier sind Hausbesitzer und Geschäftsinhaber kaum noch in der Lage, Investitionen mitzutragen, da sie weder die finanzielle Belastung (KAG-Beiträge) noch Beeinträchtigungen ihrer Erreichbarkeit durch Baumaßnahmen durchstehen können.

Mittlerweile ist diese Spirale so weit fortgeschritten, dass eine Veränderung schwer fällt: Weniger Zulauf bedeutet geringere finanzielle Mittel der Geschäftsinhaber und Vermieter. Dies verringert Erhaltungs- und Modernisierungsinvestitionen. Dadurch verliert die Altstadt weiter an Attraktivität, was den Zulauf erneut verringert.

Abends und nachts ist die nördliche Altstadt attraktiver und mehr besucht als die südliche Innenstadt. Auch für den sogenannten Erlebniseinkauf wäre sie an und für sich besser geeignet. Die Schiffstraße ist sicher die schönste Straße Erlangens.

Lösungsansatz

Die Struktur des Einzelhandels und der Gastronomie ist ein entscheidender Punkt für das Erleben der gewünschten Urbanität.

Die Mischung aus qualitativ hochwertigen und kleinzelligem Einzelhandel sowie Gastronomie, verbunden mit Wohnen und Kultur in der historischen barocken Bausubstanz, muss weiter erhalten, entwickelt und als einmaliger Standortvorteil genutzt werden.

Für diese Maßnahmen sollen Citymanagement, Einzelhandelsverband, Hotel- und Gaststättenverband und die städtische Bauleitplanung eingebunden werden.


Kultur – Weiterentwickeln und fördern

Heutige Situation

Die Konzentration von Theater, Kleinkunst, Museum, Ateliers, Galerien, Soziokultur (z. B. E-Werk), Festen, Kneipen, Kleinbühnenprogramm
und Restaurants wirkt sich im Großen und Ganzen positiv auf die Altstadt aus.

Lösungsansatz

Den Kulturbereich, Wesenselement der Erlanger Altstadt, gilt es zu fördern und weiterzuentwickeln.

Dabei ist darauf zu achten, dass die berechtigten Interessen der Anwohner gewahrt bleiben.

Die barocke Planstadt als Baudenkmal von europäischen Rang muss nicht nur aus Denkmalschutzgründen, sondern auch aus Gründen der Wohn-, Kultur- und Standortqualität erhalten bleiben.


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Umwelt – Saubere Luft

Heutige Situation

Die Belastung der Luft, die klimagefährdende CO2-Emission und die Lärmbelastung sind in Erlangen im Wesentlichen durch den Straßenverkehr und den Energiesektor bedingt. Erlangen liegt im Bereich von zwei stark befahrenen Autobahnen. Schon dadurch ist eine im Vergleich zu anderen Städten höhere Grundbelastung vorhanden. Jede unnötige zusätzliche Belastung ist daher ein Problem. Bei den Konzentrationen der verkehrsbedingten Schadstoffe Dieselruß, Benzol und Stickoxide werden in einigen Straßen der Altstadt schon heute die gesetzlichen Grenzwerte überschritten (Pfarrstraße, Neue Straße, Goethestraße). In diesen und weiteren Straßen der Altstadt ist auch die Belastung durch Lärm und Erschütterungen unzumutbar hoch.

Die Luftbelastung in der Altstadt wird auch durch Hausbrand und zu hohen Heizenergieverbrauch in Folge veralteter Heizungsanlagen und unzureichender Wärmedämmung verursacht. Eine weitere Verbauung der Grünflächen in der Altstadt (z. B. Unikliniken) wird die Luftbelastung weiter erhöhen und das Mikroklima verschlechtern.

Lösungsansatz

Eine Verbesserung der Luft- und Lärmbelastungssituation in der Altstadt verlangt dringend

  • Maßnahmen im Verkehrsbereich:
    Förderung des „Umweltverbunds” (ÖPNV, Rad fahren, Zu-Fuß-Gehen), insbesondere altstadtverträglicher Ausbau des ÖPNVs und Reduzierung des MIVs auf den „Notwendigen Verkehr”, d.h. Herausnahme des Durchgangsverkehrs (siehe unten).
  • Maßnahmen im energetischen Bereich:
    Umstellung auf umweltfreundlichere Heizungen und Wärmedämmung (insbesondere bei anstehenden Altbausanierungen), Ausbau – wo noch notwendig – der leitungsgebundenen Wärmeversorgung (Gas, Fernwärme), Einsatz erneuerbarer Energien (Photovoltaik, Sonnenkollektoren). In all diesen Bereichen sind kommunale Förderprogramme notwendig und sinnvoll.

Mittel- und langfristig sind umfangreiche Maßnahmen zur Reduzierung der Lärmimmissionen durch die A73 und die Bahnlinie notwendig.

Zu den erforderlichen Schritten zur Verbesserung der Luftsituation und des Mikroklimas in der Altstadt gehören auch die Maßnahmen zum Erhalt und zum Ausbau der Grün- und Naherholungsbereiche.

Umwelt – Erholungs- und Grünbereiche

Heutige Situation

Eine Beeinträchtigung der innen-stadtnahen Naherholungsgebiete würde eine gravierende Beeinträchtigung der Wohn- und Lebensqualität in der Altstadt bedeuten.

Lösungsansatz

Die beiden innenstadtnahen Naherholungsgebiete Regnitzgrund und Schwabachtal sind zu erhalten. Die Erreichbarkeit des Regnitzgrundes ist für die Bewohner der nördlichen Innenstadt zu verbessern. Die Verbindung des Schloßgartens über die vorhandene Grünachse muss erhalten bleiben. Die heute vorhandenen Grünbereiche, insbesondere die Plätze in der Altstadt, müssen erhalten und aufgewertet werden.


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Verkehr – Allgemeine Verkehrssituation

Das Erlanger-U, über das der Durchgangsverkehr geführt werden soll

Heutige Situation

Die Verkehrsbelastung in Teilbereichen der Altstadt und die damit verbundenen Belastungen durch Lärm, Erschütterungen und Schadstoffimmissionen bis hin zur Überschreitung gesetzlicher Grenzwerte sind unzumutbar.

Zusätzlich wird die Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer beeinträchtigt.

Dadurch wird die Attraktivität für Bewohner, Besucher und Kunden stark eingeschränkt. Es bestehen noch Lücken im innerstädtischen Radnetz.

Lösungsansatz

Die optimale Erreichbarkeit und innenstadtverträgliche Mobilität für Besucher und Bewohner der Altstadt ist notwendig. Das ist nur zu erreichen durch:

  • Einen innenstadtverträglich ausgebauten ÖPNV
  • Verringerung des MIV auf den „notwendigen Verkehr”. Das bedeutet insbesondere, dass der Durchgangsverkehr herausgenommen werden muss.
  • Bevorzugung des ÖPNV gegenüber dem MIV.
  • Schließung der Lücken im Radnetz.

Verkehr – Das Angebot des öffentlichen Personennahverkehrs

Heutige Situation

Die Akzeptanz des Busangebotes durch die Bevölkerung ist nicht ausreichend. Das Busangebot in Erlangen erfordert hohe Zuschüsse von Seiten der Stadt/Stadtwerke.

Der Parallelverkehr von OVF und Stadtbussen führt an einzelnen Stellen zu einer unnötig hohen Belastung. Ein weiteres Problem ist, dass der Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) zu selten Vorrang vor dem Motorisierten Individualverkehr (MIV) hat und dass die großen Busse für die engen Straßen in der Innenstadt ungeeignet sind.

Speziell in der Altstadt besteht ein Zielkonflikt: Einerseits ist eine rein quantitative Verbesserung beim bestehenden ÖPNV nicht machbar (siehe Probleme Goethestraße). Schon jetzt stellt der ÖPNV in einigen Bereichen der Altstadt eine unzumutbare Belastung dar. Andererseits stellt der ÖPNV eine wichtige Alternative für den zu starken MIV in der Altstadt dar.

Lösungsansatz

Das ÖPNV-Angebot muss verbessert werden. Dazu sind folgende Maßnahmen geeignet:

  • Taktverdichtung (in Verbindung mit einem altstadtverträglichen ÖPNV-Konzept)
  • Optimierung der Haltestellen-Frequenz sowie der Umsteigebeziehungen
  • Bessere Anbindung an die Parkplatzangebote am Rand der Innenstadt (Fuchsenwiese, Großparkplatz Innenstadt).

Da die Belastung von Anwohnern, Besuchern und Gebäuden durch das heutige Bussystem (Emissionen, Lärm, Erschütterungen) schon unzumutbar hoch ist, muss vordringlich der Wechsel zu einem innenstadtverträglichen ÖPNV-System diskutiert und durchgesetzt werden. In Frage kommen dabei Änderungen der Linienführung, andere Antriebssysteme und der Einsatz von anderen Verkehrsträgern (z. B. Kleinbussen) in der Innenstadt.

Die Attraktivität des ÖPNV muss z. B. durch folgende Maßnahmen verbessert werden:

  • Ampelvorrangschaltungen für Busse
  • Verbesserter Komfort in Bussen und an Haltestellen
  • Günstige Tarifgestaltung, d.h. mindestens Beibehaltung des City-Tarifs, Einkaufs- und Veranstaltungstickets, Job- und Studententickets
  • Verbesserte Information über Netzstruktur und Fahrpläne (z. B. automatisch gesteuerte Informationstafeln mit Linie, Fahrziel und nächster Abfahrtszeit)
  • „Aggressive” Werbung für den ÖPNV. Die Vorteile, nicht nur für die Umwelt, sondern insbesondere für den Menschen, müssen verdeutlicht werden. Dazu gehören Zeiteinsparung, Stressreduzierung, Kosteneinsparung (realistische Kostenrechnung gegenüber MIV), usw.

Eine nachhaltige Entlastung der Altstadt vom – Insbesondere stadtgrenzenüber-
schreitenden – MIV bei gleichzeitiger Verbesserung der Erreichbarkeit der Altstadt erfordert die zügige Realisierung des Grundnetzes der Stadt-Umland-Bahn (StUB).

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Verkehr – Parkraum

Heutige Situation

Der Parkraum im Innenstadtbereich ist an einigen Stellen nicht ausreichend vorhanden, an anderen Stellen wird vorhandener Parkraum nicht genutzt. Die Folge ist unnötiger Parksuchverkehr und dadurch weitere Belastungen.

Lösungsansatz

Der Parkraum in der Altstadt ist insgesamt ausreichend. Die an einigen Stellen zeitweise auftretenden Engpässe müssen durch konsequente Bewirtschaftung und Überwachung vermieden werden.

Einführung eines zentral gesteuerten Parkleitsystems. Private Parkplätze (Universität, Geschäfte, …) sind nach Möglichkeit einzubeziehen.

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Verkehr – Jahn- und Haagstraße

Heutige Situation

Der nach dem Bau des Nordastes der Westtangente für reinen Anliegerverkehr ausgeschilderte Straßenzug wird auch weiterhin als Durchgangsstraße benutzt.

Lösungsansatz

Der Durchgangsverkehr in der Jahn- und Haagstraße muss durch eine bauliche Unterbrechung der Haag-/ Jahnstraße mit Durchlässigkeit für die Anwohner vermieden werden. Diese Maßnahme wurde bereits in einer Innenstadt-Bürgerinfo vom 11. Februar 1997 detailliert vorgeschlagen und von den befragten Anwohnern (auch benachbarter Straßen!) mit großer Mehrheit befürwortet.

Goethestraße

Heutige Situation

In der nördlichen Goethestraße verkehren täglich ca. 800, in der südlichen ca. 1.000 Busse. Insgesamt liegt das Verkehrsaufkommen dort bei ca. 6.000 Kfz pro Tag.

Das führt zu einer übermäßigen Belastung durch Erschütterungen und durch Emissionen. Außerdem führen die beengten Verhältnisse dazu, dass die Gehwege immer wieder von Bussen befahren werden – ein erhebliches Gefährdungspotential für Fußgänger.

Dazu kommt, dass lt. einem aktuellen LfU-Gutachten die historische Bausubstanz gefährdet ist.

Lösungsansatz

Zwischen einer optimalen Erschließung der Innenstadt durch den ÖPNV einerseits und seiner innenstadtverträglichen Realisierung andererseits besteht ein Zielkonflikt. Intelligente Lösungen müssen folgendes berücksichtigen:

  • Dem ÖPNV muss eine Chance gegeben werden, auch akzeptiert zu werden.
  • Sicher ist Busverkehr auch in der Goethestraße unvermeidbar.
  • Ein Konzept muss zweistufig umgesetzt werden: eine kurzfristige Lösung für die Goethestraße ist notwendig; mittelfristig muss eine langfristig gute Lösung umgesetzt werden.
  • Der Busbahnhof westlich des Bahnhofs muss aber viel mehr betont und genutzt werden.

Verkehr – Hauptstraße von der Wasserturmstraße bis zum Martin-Luther-Platz

Heutige Situation

Die nördliche Hauptstraße ist in der heutigen Form unattraktiv. Wesentliche Ursache dafür ist der MIV sowie der starke Busverkehr in diesem Bereich.

Das gleiche gilt für den Martin-Luther-Platz. Der Platzcharakter wird durch die Straßenführung (quer über den Platz) sowie den ruhenden und fließenden Verkehr dort zunichte gemacht.

Lösungsansatz

Ziel ist eine Angleichung der Attraktivität an die südliche Innenstadt. Maßnahmen dazu können sein:

  • Drastische Reduzierung des Verkehrs wie z. B. in der Nürnberger Straße (verkehrsberuhigter Bereich) bei Beibehaltung des derzeitigen Nutzungsmixes (siehe Vorschlag der Verwaltung in der UVPA-Vorlage für den Theaterplatz).
  • Verbot des Linksabbiegens von der Pfarrstraße in die Hauptstraße bzw. des Rechtsabbiegens von der Hauptstraße in die Pfarrstraße.
  • Die Attraktivität des öffentlichen Raumes steigern.
  • Der Platz-Charakter des Martin-Luther-Platzes muss wieder hergestellt werden.

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Verkehr – Neue Straße

Heutige Situation

Die Neue Straße ist überlastet. Das führt u.a. zu einer sehr hohen Lärm- und Luftbelastung sowie zu einer Gefährdung der Fußgänger. Eine weitere Zunahme wäre durch ein Parkhaus der Unikliniken hinter der Herz-Jesu-Kirche zu erwarten.

Lösungsansatz

Der Durchgangsverkehr muss aus der Neuen Straße herausgenommen werden. Die berechtigten Interessen der Kliniken müssen altstadtverträglich befriedigt werden.

Verkehr – Pfarrstraße

Heutige Situation

Heutige Situation Der starke Verkehr in der Pfarrstraße führt zu einer sehr hohen Luftbelastung.

Bei Benzol und Ruß werden die gesetzlichen Grenzwerte überschritten.

Die Gehsteige sind zu eng.

Lösungsansatz

Der Durchgangsverkehr muss aus der Pfarrstraße herausgenommen werden. Dazu eignen sich die folgenden Maßnahmen:

  • Den Verkehr aus Richtung Westen am Schlachthof in die Thalermühlstraße/ A73 leiten
  • Am Martin-Luther-Platz das Linksabbiegen vom Westen in die Hauptstraße sowie das Rechtsabbiegen vom Norden in die Pfarrstraße verbieten
  • Ausbau der Westtangente in Verbindung mit einer innenstadtverträglichen ÖPNV-Lösung
  • Eine Auffahrt an der Thalermühlstraße auf die A73 in Richtung Süden ermöglichen und den Verkehr über die Standspur leiten (entsprechend der Lösung in der Gegenrichtung zwischen Abfahrt Erlangen-Bruck und Abfahrt Innenstadt).

Verkehr – Hauptstraße nördlich des Martin-Luther-PLatzes und südliche Bayreuther Straße

Heutige Situation

Die Bürger werden durch sehr hohe Abgas- und Schallimmissionen sowie Erschütterungen beeinträchtigt.

Gerade Kinder sind besonders im Bereich Kindergarten Ecke Bayreuther-/Haagstraße durch schnell fahrenden motorisierten Verkehr gefährdet.

Der Straßenzug hat derzeit noch den Status einer Staatsstraße, weshalb bisher seitens der Stadtverwaltung die Einführung einer Tempo 30-Regelung verweigert wird.

Lösungsansatz

Die wesentlichen Maßnahmen zur Vermeidung des Durchgangsverkehrs sind unter Pfarrstraße beschrieben.

Der Straßenzug darf nicht mehr als Staatsstraße klassifiziert sein. Die Voraussetzungen dazu sind durch dem Bau des nördlichen Astes der Westtangente gegeben. Die derzeit für Teile der Innenstadt geltende Tempo 30-Regelung muss auf diesen Straßenzug (Essenbacher Brücke bis Martin-Luther- Platz) ausgeweitet werden.

Verkehr – Nördliche Bayreuther Straße und Essenbacher Straße

Heutige Situation

Verkehrsbeschränkungen in der Neuen Straße können zu einer Verlagerung in die Essenbacher Straße führen. Von Norden kommend wird die nördliche Bayreuther Straße nicht als Innenstadtbereich erkannt. Es wird dort zu schnell gefahren.

Lösungsansatz

Die verkehrsberuhigenden Maßnahmen in der Neuen Straße dürfen in keinem Falle zu einer Erhöhung des Verkehrsaufkommens in diesem Bereich führen.

Der Durchgangsverkehr in West-Ost-Richtung wird durch die auf Seite 20 genannten Maßnahmen wirksam verhindert.

Der Zielverkehr aus Richtung Norden in das südöstliche Stadtgebiet kann ebenfalls attraktiv über die bestehenden Nordast der Westtangente geführt werden. Dies muss durch geeignete verkehrslenkende und gestaltende Maßnahmen sichergestellt werden.


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Stadtentwicklung – Anknüpfung des Bereiches westlich der Bahn an das Zentrum

Heutige Situation

Der Bereich westlich der Bahnlinie verfügt mit Parkplätzen und dem Busbahnhof über zwei wichtige Elemente zur Verringerung des Verkehrs im eigentlichen Zentrum. Die Entfernung zum Zentrum ist objektiv nicht sehr groß. Subjektiv wird jedoch die Bahnlinie als Schwelle empfunden.

Die Durchgänge sind unattraktiv und werden schlecht akzeptiert.

Diese Probleme führen dazu, dass Großparkplatz und Busbahnhof nicht ausreichend angenommen werden.

Lösungsansatz

Ziel ist die Integration dieses Bereiches in die Innenstadt, um die Hemmschwelle durch die Bahnlinie deutlich zu verringern. Das erfordert Maßnahmen, angefangen bei der Verbesserung der Akzeptanz der dortigen Parkbereiche bis hin zur städtebaulichen Entwicklung des gesamten Bereiches:

  • Verknüpfung zwischen den Bereichen westlich der Bahn mit dem Zentrum verbessern (Ebenen angleichen, Durchgänge verbessern).
  • Zentrumsfunktionen in diesem Bereich schaffen.
  • Ausweisung eines Entwicklungsgebietes „westliche Innenstadt”.

Stadtentwicklung – Der Bereich am heutigen Kaufhof

Heutige Situation

Die beschlossene Schließung des Kaufhofes könnte zu einem weiteren Bruch zwischen südlicher und nördlicher Innenstadt führen. Das gilt insbesondere während der Bauzeit.

Lösungsansatz

Die Schließung des Kaufhofes und die dort geplanten Änderungen sehen wir als Chance den Hugenottenplatz und die Westseite des Neustädter Kirchenplatzes attraktiver zu gestalten. Dieser Bereich, einschließlich Bahnhofs-/ Hugenottenplatz mit der Hugenottenkirche im Zentrum, kann zu einer Brücke zwischen nördlicher und südlicher Innenstadt werden.

Hier kann auch die Universitätsstraße bis zur nördlichen Fahr-/Schuhstraße als Verbreiterung des Bereiches einbezogen werden.

Stadtentwicklung – Die Altstadt als zusammenhängendes Einkaufsgebiet

Heutige Situation

Die Parallelstraßen zur Hauptstraße in der südlichen Altstadt (Goethestraße, Apfelstraße-/ Halbmondstraße, Dreikönigstraße) sind unattraktiv.

Das führt zu einem Bruch zum nördlichen Bereich, wo gerade die Nebenstraßen (Schiffstraße) besonders attraktiv sind. Die Altstadt wird nicht als zusammen-hängendes Einkaufsgebiet wahrgenommen.

Lösungsansatz

Der Gesamtcharakter der Einkaufszone Altstadt ist herzustellen. Dafür sind folgende Maßnahmen geeignet:

  • Die Goethestraße wird zur verkehrsberuhigten Einkaufsstraße umgestaltet.
  • Aufwertung der Apfel-, Halbmond- und Dreikönigstraße.
  • Verkehrsberuhigung der nördlichen Hauptstraße (siehe oben)

Stadtentwicklung – Kliniken der Universität

Heutige Situation

Es ist eine zunehmende Konzentration der Unikliniken im Viereck zwischen Schwabachanlage, Palmsanlage, Neue Straße, Hindenburgstraße und Harfenstraße zu erwarten. Die dortigen Freiflächen werden zunehmend von der Uniklinik verbaut werden. Das zieht zwangsläufig neuen Zielverkehr und Parkplatzbedarf nach sich, solange ein sinnvoll kombiniertes ÖPNV/Park&Ride-System und eine sinnvolle Bewirtschaftung der vorhandenen Parkplätze fehlen. Ein Parkhaus an der geplanten Stelle würde zu einer weiteren Belastung der Neuen Straße und der Pfarrstraße führen.

Lösungsansatz

Die im Bereich der Innenstadt angesiedelten Unikliniken und die für die Zukunft geplanten Erweiterungen müssen für die Altstadtbewohner verträglich gestaltet werden. Dazu sind folgende Maßnahmen geeignet:

  • Durch eine konsequente Parkraumbewirtschaftung muss der Parkraumdruck reduziert werden.
  • Bisher von den Unikliniken genutzte Wohnflächen müssen als Ausgleich für die geplanten Erweiterungen wieder als Wohnraum freigegeben werden.
  • Ein organisches Nebeneinander von kleinzelligem Studentenwohnraum und Familienwohnen soll angestrebt werden, weitere Studentenmonostrukturen sind also zu vermeiden.
  • Die Unikliniken müssen besser an den ÖPNV angebunden werden.

Stadtentwicklung – Altstadtmarkt und Fuchsenwiese in die Altstadt integrieren

Heutige Situation

Mit dem Altstadtmarkt hätte die Altstadt im Prinzip einen guten Magneten. Dieser ist jedoch kaum wirksam, weil der Altstadtmarkt mit seinem Parkplatz autonom ist. Es findet wenig Austausch zwischen Kunden im Altstadtmarkt und Kunden in der nördlichen Hauptstraße statt. Ein ”Abste-cher” vom Altstadtmarkt in das Zentrum für weitere Einkäufe oder ”auf einen Kaffee” erfolgt kaum.

Lösungsansatz

Die Inselfunktion dieser Bereiche sollte aufgelöst werden, um sie in den Bereich der nördlichen Innenstadt zu integrieren. Dazu sind folgende Maßnahme geeignet:

  • Der Eingang in den Bereich Altstadtmarkt muss derart umgestaltet werden, dass er als Passage empfunden wird.
  • Der Durchgang vom Altstadtmarkt in Richtung Fuchsenwiese ist zu verbessern.
  • Die Engelstraße zwischen der Fuchsenwiese und der Hauptstraße soll als Einbahnstraße ausgewiesen werden, was eine Verbreiterung des Fußweges ermöglichen würde.
  • Der Durchgang am Badhaus soll als Verbindung Fuchsenwiese/ Altstadt attraktiver gemacht werden. Dazu gehört z. B. eine bessere Beleuchtung und eine bessere Ausweisung des Einganges.